Als Kind habe ich noch Plattdeutsch gehört und bin immer noch in der Lage, es zu verstehen. Inzwischen gibt es zwar Vereine, die versuchen, es am Leben zu erhalten, aber wenn eine Sprache nicht gesprochen wird, dann entwickelt sie sich nicht mehr – und ist damit vermutlich am Ende. Schade eigentlich, aber wohl nicht aufzuhalten. Trotzdem an dieser Stelle eine kleine Reminiszenz an plattdeutsche Ausdrücke.
März 2009: Platt ausgedrückt
Es ist schade, aber vermutlich nicht zu verhindern, dass unser Plattdeutsch – allen Bemühungen zum Trotz – mit der Zeit aussterben wird. Das passiert nun mal mit nicht gesprochenen Sprachen. Und dann wird auch niemand mehr wissen, was eine Häpe ist. Hätten Sie’s gewusst?
Mit jakobswegerfahrenen Entertainern hat die Häpe jedenfalls nichts zu tun, schon allein weil sie weiblichen Geschlechts ist. Ich würde sie definieren als eine rechthaberische Person mit kampferprobtem Mundwerk, mit der man sich als Ruhe liebender Mensch besser nicht anlegt. Natürlich gibt es in der modernen Sprache dafür reichlich Synonyme: Beißzahn zum Beispiel. Oder Keifzange. Xanthippe wäre die klassische Version. Aber das Wort Häpe finde ich so schön kurz und knackig. Ob es sich retten lässt? Denn der damit beschriebene Typ stirbt vermutlich nie aus.
Auf diesen Beitrag bekam ich viele Reaktionen, um mir zu erklären, dass der Häpe im übertragenen Sinne bereits ein nützliches Gartengerät zugrunde liegt. Deshalb auch der zweite Beitrag.
März 2009: Die Häpe ganz praktisch
Viele Begriffe werden im wörtlichen oder im übertragenen Sinne benutzt, das lernen wir im Deutschunterricht. Über die Häpe im übertragenen Sinne, nämlich als streitsüchtiges Weib, habe ich letzte Woche geschrieben. Postwendend wiesen mich mehrere Leser darauf hin, dass eine Häpe eigentlich eine Art kurzes Hackebeil ist, mit dem früher Reisig oder Gebüsch zerkleinert wurde.
Deshalb möchte ich das heute unbedingt nachtragen. Zum einen, weil es mich natürlich freut, dass meine Kolumne offensichtlich aufmerksam gelesen wird. Zum anderen vermute ich, dass Häpen wohl nicht mehr in Großserien produziert werden – wer von uns muss noch Reisig hacken? Da frage ich mich natürlich, welche Begriffe aus meinem täglichen Leben eines Tages für meine Enkel unbekannt sein werden…