Ein Blog ist kein Tamagotchi

Erinnern Sie sich noch an diese seltsamen elektronischen Wesen, die plötzlich in den 90er Jahren auftauchten und quasi virtuell gepflegt werden mussten, weil sie sonst starben? Zum Glück ist ein Blog nicht so, der bleibt einfach, auch wenn man seit über einem Monat nichts Neues einstellt. (Er meldet sich aber auch gar nicht! Meine Katze hätte mich längst angefallen!)

Vielleicht bin ich keine echte Bloggerin, die sich morgens beim Zähneputzen schon überlegt, was sie heute wieder veröffentlicht. Oder die einfach immer solche schrägen Sachen erlebt wie The Bloggess (Achtung, englisch!) und ihrem Mann ein riesiges Metallhuhn vor die Tür stellt und das Ganze auch noch fotografiert. Stattdessen denke ich über so philosophische Sachen nach wie die Frage, ob ich mein nächstes Manuskript wieder in der Ich-Form schreibe oder in der etwas distanzierteren dritten Person.

Wenn Leute diesen Blog lesen würden, könnten sie jetzt kommentieren. Hey, was möchtet ihr lieber lesen?

Die Details zu dieser tränenreichen Auseinandersetzung erspare ich Ihnen, weil ich sie sowieso nur noch bruchstückhaft im Gedächtnis habe. Sie hatten damit zu tun, dass wir uns seiner Meinung nach völlig auseinandergelebt hätten und er beschlossen habe, sich ehrlich den Tatsachen zu stellen. Zu dieser Ehrlichkeit gehörte dann auch mir zu beichten, dass er seit einigen Monaten mit seiner Assistentin Amanda mehr als nur beruflich zusammen war. Muss ich erwähnen, dass Amanda maximal halb so alt ist wie ich und ihre Röcke deutlich knapper sind als meine?

oder

Die Details zu dieser tränenreichen Auseinandersetzung hatten damit zu tun, dass sie sich seiner Meinung nach völlig auseinandergelebt hätten und er beschlossen habe, sich ehrlich den Tatsachen zu stellen. Zu dieser Ehrlichkeit gehörte dann auch zu beichten, dass er seit einigen Monaten mit seiner Assistentin Amanda mehr als nur beruflich zusammen war, mit der er so viel mehr seines Lebens teilte als mit Christiane. Und, so vermutete Christiane zumindest, vielleicht trug auch die Tatsache dazu bei, dass Amanda eine publikumswirksame Erscheinung war, nur halb so alt wie sie selbst und mit deutlich kürzeren Röcken.

Aber wie sollen das meine Leser beurteilen, wenn ich mich schon selbst nicht entscheiden kann?

 

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2 Kommentare zu Ein Blog ist kein Tamagotchi

  1. Katharina sagt:

    Ich kann nicht erklären, warum, aber mir gefällt der kleine Ausschnitt in der 3. Person besser. Wenn ich drüber nachdenke, würde ich es vielleicht „ironische Distanz“ nennen. Aber ansonsten eher ein Bauchgefühl …..

  2. Silke sagt:

    Ich finde die Ich-Form besser.
    Das ist knackiger, ich fühle mich angesprochen und ins Geschehen einbezogen.

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