Schröders leben gefährlich

Wenn man Schröder heißt, kann man nicht unbedingt erwarten, den Überblick über die Verwandtschaft zu behalten. Es gab einen Dichter dieses Namens und einen Bundeskanzler. Und offensichtlich jede Menge Millionäre, denen man nur raten sollte, nicht nach Spanien zu reisen. Oder wenn sie schon dort hin wollen, dann möglichst nicht mit dem Auto. Denn dort leben sie gefährlich.

Wie sonst ließe sich erklären, dass ich schon mehrfach von spanischen Anwälten per Fax angeschrieben wurde, weil wieder mal einer von ihnen bei einem Autounfall verstorben ist? Bisher betraf das unter anderem Manfred, Karl und Herbert Schröder, um nur einige zu nennen. Was sie neben der unerfreulichen Todesart gemeinsam haben, ist auch die fehlende Nachkommenschaft. Es war doch den spanischen Behörden einfach nicht möglich, nächste Erben zu ermitteln, die einen Anspruch auf das nicht unerhebliche Vermögen haben könnten, denn wie das Schicksal es wollte, hatte keins der armen Unfallopfer zuvor ein Testament gemacht.

Und da komme ich ins Spiel, denn ich heiße ja nun mal auch Schröder. Da sind die diversen Anwälte doch flugs alle auf dieselbe Idee gekommen: wenn ich bereit wäre, mich als Verwandte und demzufolge mögliche Erbin des jeweiligen Verblichenen auszugeben, dann würden sie die Formalien bei den spanischen Gerichten erledigen und dafür das so erlangte Vermögen mit mir teilen (ganz klar, dass sie jeweils ein bisschen mehr bekommen als ich, denn sie haben ja auch die Arbeit, woll?). Alles, was ich tun müsste, wäre eine Pro-Forma-Überweisung auf ein spanisches Konto zu machen (nur ein paar läppische Tausend Euro), weil das nun mal so erforderlich wäre.

Ach, ich könnte inzwischen steinreich sein, wenn ich mich von Anfang an auf diese Vorschläge eingelassen hätte. Aber irgendwie hatte ich doch meine Bedenken. Und so muss ich weiterhin hoffen, eines Tages den Weltbestseller zu schreiben und die Millionen auf diese Weise zu scheffeln. Ach ja …

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