Wenn es lustig ist, kann man’s nicht ernst nehmen

Natürlich hat sich herumgesprochen, dass mein neues Buch erschienen ist. Und wie üblich bekommt man dann Kommentare in dieser Preislage zu hören: “Schön für dich, aber so was lese ich eigentlich nicht.” Und was ist gemeint mit “so was”?

Ich interpretiere mal: es bedeutet Unterhaltungsliteratur, die sich dadurch auszeichnet, dass der Tonfall witzig ist, die Personen eher undramatisch sind und es ein Happyend  gibt. Und wenn das zutrifft, dann kann es keine gute Literatur sein, oder? Dafür bräuchte es schon physische Gewalt, Psychoterror, eine depressive Grundstimmung oder wenigstens eine Hauptfigur, die über 300 Seiten mit ihren sämtlichen Körperausscheidungen experimentiert. Ach ja, und gut ausgehen sollte es möglichst auch nicht.

Nun gebe ich zu, dass es auf dem Unterhaltungssektor eine Menge Schrott gibt: unglaubwürdige Figuren mit bescheuerten Dialogen, klischeelastige Handlungen, Szenen, die nur dafür eingefügt scheinen, damit mal wieder Sex vorkommt. Ich bezweifle aber, dass es das nicht auch in Büchern mit der gerade beschriebenen Grundstimmung passiert.

Andererseits gibt es Autoren wie Marian Keyes, die frei nach dem Motto von Hanns Dieter Hüsch “Das Schwere leicht gesagt” mit Themen wie Depression, Alkohol- und Drogensucht oder Krebs auf eine Weise umgehen, die mir Respekt abverlangt. Es ist nämlich nicht einfach, über so etwas witzig zu schreiben, ohne es lächerlich zu machen. Aber es geht, und das ist mein Ziel.

Gerade habe ich mal wieder ein Buch gelesen, in dem das meisterlich umgesetzt ist. Die weibliche Hauptfigur kann zunächst den männlichen Helden nicht ausstehen, nachdem er sich zugegebenermaßen ziemlich schlecht benimmt. Aber nachdem sie und ihre ganze Familie in eine sehr schwierige Situation geraten, ist er es, der das Problem löst. Das Buch ist witzig und hat ein Happyend. Zu schade für die, die so was nicht lesen. Ach ja, ein Klassiker der Weltliteratur ist es auch: “Stolz und Vorurteil” von Jane Austen. Ich liebe es.

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2 Antworten auf Wenn es lustig ist, kann man’s nicht ernst nehmen

  1. Silke sagt:

    Dieser Beitrag spricht mir aus der Seele.
    Vielen Dank, dass sie mit dieser Einstellung gute Literatur schreiben. Das gibt dann viel guten Lesestoff für mich und die vielen andere Leute, die auch so denken.

  2. Silke sagt:

    Öhm… ein bisschen viel “viel” in dem Kommentar… Tja, es kann nicht jede eine so gute Texterin wie Sie sein. ;-)

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